KLI Colloquia are invited research talks of about an hour followed by 30 min discussion. The talks are held in English, open to the public, and offered in hybrid format.
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Meeting ID: 588 186 1923
Fall-Winter 2026/27 KLI Colloquium Series
1 October 2026 (Thurs) 3-4:30 PM CET
Scientific Integration as Fit: The Developmental Biases of Interdisciplinarity
Olesya BONDARENKO (KLI)
8 October 2026 (Thurs) 3-4:30 PM CET
The Role of Conversational Cues in the Co-Evolution of Language and Cooperation
Theresa MATZINGER (University of Vienna)
5 November 2026 (Thurs) 3-4:30 PM CET
Kin Matters: An Intervention in the Fragile Sciences
Robert A. WILSON (University of Western Australia)
19 November 2026 (Thurs) 3-4:30 PM CET
Modeling the Evolution of Human Early Embryogenesis with Stem Cells
Nicolas RIVRON (Institute of Molecular Biotechnology/IMBA, Vienna)
3 December 2026 (Thurs) 3-4:30 PM CET
Peter TURCHIN (Complexity Science Hub, Vienna)
10 December 2026 (Thurs) 3-4:30 PM CET
On the Cultural Macroevolution of Intentional Cranial Modifications
Marcelo SÁNCHEZ-VILLAGRA (University of Zurich)
14 January 2027 (Thurs) 3-4:30 PM CET
DNA from Archaeological Sediments as a Tracer for Past Societies
Benjamin VERNOT (University of Vienna)
28 January 2027 (Thurs) 3-4:30 PM CET
Beyond Fear: How the Amygdala Links Interoception and Exteroception
Ronald SLADKY (University of Vienna)
KLI Colloquia 2014 – 2026
Event Details
Topic description / abstract: EVENT WILL BE IN GERMAN!
Das menschliche Gehirn besitzt die bemerkenswerte Fähigkeit, sich laufend zu re-organisieren und sich flexibel an veränderliche Umgebungsbedingungen anzupassen. Die anatomischen und funktionellen Veränderungsprozesse werden als Neuroplastizität bezeichnet und bilden die Grundlage für Lernen und Gedächtnis. Besonders im Kindes- und Jugendalter sind die neuroplastischen Prozesse sehr weitreichend. Jedoch macht diese Formbarkeit das sich entwickelnde Gehirn auch besonders anfällig für negative Einflüsse aus der Umgebung. Missbrauch, soziale Vernachlässigung und Gewalt lösen physiologische Stressreaktionen aus, die die kognitive Entwicklung und die exekutiven Funktionen des Gehirns stark beeinträchtigen können. Die damit verbundenen neurochemischen Veränderungen wirken sich negativ auf die emotionale Regulation aus, die in weiterer Folge zu verstärkten Angstreaktionen und aberranten unvorhersehbaren sozialen Bindungen führen können. Neue wissenschaftliche Resultate belegen den zentralen Stellenwert des sozialen Umfelds für eine gesunde, individuelle Gehirnentwicklung. Darüber hinaus untermauern evolutionäre Konzepte die Rolle sozialer Nischen in generationsübergreifenden Prozessen. Zusammengefasst bieten diese evolutions- und entwicklungsbiologischen Erkenntnisse ein Erklärungsmodell für transgenerationale Traumata.
Biographical note:
Isabella Sarto-Jackson ist Neurobiologin, Geschäftsführerin des Konrad Lorenz Instituts für Evolutions- und Kognitionsforschung und Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Neurowissenschaften. Nach einem Diplomstudium in Genetik und einem Doktorat in Neurobiochemie, arbeitete sie acht Jahre als Wissenschafterin am Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien. 2010 erweiterte sie ihre Forschungstätigkeit in Richtung Kognitionswissenschaften und übernahm schließlich 2011 die Geschäftsführung des Konrad Lorenz Instituts für Evolutions- und Kognitionsforschung. Seit 2015 ist sie Lektorin für Kognitionswissenschaft an der Universität Wien und seit 2018 unterrichtet sie als Gastdozentin im Rahmen des neu konzipierten Curriculums “Kognitionsbiologie” an der Comenius Universität in Bratislava. Sie ist Editorin der Zeitschrift Biological Theory (Springer Verlag), Referentin an der Urania Wien und Vorsitzende des Bildungskomitees der Internationalen Gesellschaft für Geschichte, Philosophie und Soziologie der Biologie. Seit mehreren Jahren engagiert sie sich im Bereich der Sozialpädagogik, hält Weiterbildungskurse am Kolleg für Sozialpädagogik und öffentliche, interdisziplinäre Workshops für SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen. Ihr wissenschaftliches Interesse liegt in der interdisziplinären Verknüpfung von Neurobiologie, Kognitionswissenschaften, Evolutionsbiologie und Sozialpädagogik.

